Hardanger Vidda

  • 0

Hardanger Vidda

Zu Fuß durch Europas größte Hochebene

Norwegen – es wurde Zeit. Wir brauchten bis Sommer 2010, um die karge Schönheit im Norden Europas zu entdecken. Endlich haben wir uns von der Minderheit der Norwegen-Nicht-Kenner verabschiedet. Jetzt können wir nur Wiederholungstäter werden.

Wanderpause

Wanderpause

Hier ein paar Zeilen  aus unserem Reisebericht:
„…..Der erste Eindruck von Norwegen: Felsen, Wälder, Wasser. Natur vom Feinsten. Klein-Kanada. In Evje entdecken wir einen einfachen Campingplatz, zelten am Wasser, schlafen uns aus. Baden und Sport am Fjord – oder ist es ein Fluss? Tee trinken und Tagebuch schreiben auf einem Felsvorsprung. Die Ruhe tut gut. Blaubeeren finden sich in Hülle und Fülle im Wäldchen neben uns. Als wir am nächsten Morgen weiter fahren und durch die ersten Läden gehen, erkennen wir das andere Superlativ neben der Natur: Die Preise. Da unser Kofferraum jedoch große Mengen Mundvorrat beherbergt, sind uns die norwegischen Gewinnspannen ziemlich schnuppe.

eiskalter Gletscherbach

Eiskalter Gletscherbach

Die Berge werden imposanter, der Fluss breiter, die Sümpfe größer. Felsbrocken finden sich wie über die Landschaft gestreut. Bei Ose entdecken wir den ersten Wasserfall. Auffallend schöne Rastplätze säumen die Straße. Wir essen am Fluss. Gleich fragt ein Norweger nach unseren Reiseplänen. Er wohnt nahe der Vidda und schon werden wir eingeladen. Sind die Menschen hier das nächste Superlativ?

Zwei Holzkirchen wecken in Bykle unsere Aufmerksamkeit. Wir gehen zuerst in die neue, größere Kirche. Kein Nagel wurde ins Holz getrieben, alles verzapft. Dem Klavier, wie selbstverständlich aufgeklappt, entlocke ich ein paar Töne. In die kleine, alte Kirche werden wir von einer jungen Frau in heimischer Tracht gelassen. Sie erzählt uns die Entstehungsgeschichte und ich darf die gerade restaurierten Orgelpfeifen zum Klingen bringen. Ohne kompliziertes Schlüssel besorgen und ohne Erlaubnis des Kantors. Einfach so. Ach ja, wir sind in Norwegen. Im Land der Superlative……“

Immer wieder Schneefelder

Immer wieder Schneefelder

„…..Am nächsten Morgen haben wir noch gerade trocken das Zelt und schon leicht durchnässt den Rest eingepackt. Unser Pfad führt uns im kalten Regen zu der kleinen Hütte Rjoto. Das Thermometer an der Tür zeigt am 20. Juli 1 Grad Celsius. Ich krame die Kamera hervor, dieses Superlativ muss verewigt werden. Unter dem Dachüberstand suchen wir vergeblich Schutz vor dem anhaltenden Regen. Wir erklimmen auf rutschigem Fels den Hallaskarhalsen auf 1133 m, steigen wieder ab zum Fluss. In Hadlaskard campen wir in der Nähe der Selbstversorger-Hütte. Lange waren wir nicht unterwegs, kochen im Zelt und sitzen den Regen aus. Meine Füße stecke ich zum Aufwärmen in die Ärmel meiner molligen Fleecejacke. Kälte macht kreativ…..“

Idyllischer Zeltplatz

Idyllischer Zeltplatz


Umwege erweitern die Ortskenntnis.
Kurt Tucholsky

Zur Fotogalerie


Leave a Reply

Kein Thema mehr verpassen?

das ist bisher passiert …

Kategorien