Panne, Wunder, Breakfast

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Panne, Wunder, Breakfast

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5. Juni 2014 – 974 km in Brightlingsea/Essex

Radtour EnglandInzwischen hat es mich schneller als gedacht auf die Insel verschlagen. Gerade sitze ich im Brightlingsea in England, Grafschaft Essex, im Zelt und haue in die Tasten.
Am Sonnabend, 31. Mai, verabschiede ich mich nach einem guten Frühstück von unseren Freunden. Ineke packt mir Äpfel, Knäckebrot und Käse ein, Gerrit erklärt mir alle wichtigen Verkehrsregeln für Radfahrer. Trotzdem gerate ich bald auf eine Hauptstraße ohne Radspur. Hinter mir ein Hupkonzert. Ein Auto hält vor mir an einer Bushaltestelle. Der Fahrer erklärt mir in bestem englisch, dass ich an der nächsten Kreuzung wieder auf die Radspur komme, und fährt bis dahin langsam hinter mir her. Ich kurve bei Gegenwind nach Groningen und weiß bald: Es war ein Fehler. Wochenende, schönes Wetter und die Stadt total überfüllt. Habe kein einziges Bild gemacht und sofort das Weite gesucht. Es geht durch beschauliche Dörfer und nach 71 km stelle ich mein Zelt im Mini-Camping in Kollum auf.

Sonntag radele ich schon um 8 Uhr durch den hübschen Ort. Ich will zur Nordsee und komme auf dem Weg nach Anjum durch ein wunderschönes Vogelschutzgebiet.

Lauwersmeer

Lauwersmeer

Es piepst und schilpt, die Wegränder sind bunt und das Leben ist schön. Auch wenn es meist wieder gegen den Wind geht. In Moddergat steht mein Fahrrad bald auf dem Deich. Wenn ich auf dem Nordseeradweg bleibe, werde ich nur Gegenwind haben. Also biege ich ins Hinterland ab und genehmige mir in Dokkum einen Kaffee. Einen Campingplatz finde ich in Franeker. Teuer und schmutzig, aber nach 83 km habe ich keine Lust mehr zu suchen. Die anderen Camper waren zum Glück sehr nett und versorgtem mich mit dem aktuellen Wetterbericht. Gute Aussichten.

Franeker

Franeker

Schon zeitig bin ich am Rathaus in Franeker. Ein sehenswerter Ort. Als ich meine Kamera einpacke und los will, rastet der Drehgriff der Rohloff-Schaltung nicht mehr ein. Ich finde gleich ein Radgeschäft. Doch montags geschlossen. Plötzlich taucht ein Radler mit Klapprad auf. Er ist aus Deutschland und mit seinem Boot in der Werft. Wir stehen zu zweit vor der verschlossenen Tür. Schrauben den Drehgriff ab, können keinen Defekt finden. Dann ein Blick zur externen Schaltung an der Nabe und die Sache ist klar. Die kleine schwarze Box ist abgefallen. Gemeinsam setzen wir sie wieder auf. Ich weiß zum Glück wie es geht. Mein netter Helfer bietet mir noch einen Kaffee auf seinem Boot an, aber ich habe Zeit verloren und eine harte Tour vor mir. Heute ist der Abschlussdeich fällig. Das heißt gut 30 km gegen den Wind. Dankbar verabschiede ich mich von dem hilfsbereiten Mann. Unglaublich. Immer wenn ich ein Problem habe ist ungefragt ein Helfer zur Stelle. Erleichtert geht es Richtung Deich. Und wieder ganz unglaublich: Rückenwind. An 300 Tagen im Jahr kommt der Wind aus Westen, heute nicht. Mitten auf dem Deich stelle ich die Kamera auf das Stativ und filme mich. Zwei Männer halten, denken ich habe einen Platten und wollen helfen. Die beiden sind aus dem Ruhrgebiet. Nicht mehr jung aber bestens in Form. Hier kommen mir auch die ersten Schwertransporter in den Niederlanden entgegen. Sie winken, halten aber nicht an. An einem Aussichtturm stehen schwer beladene Räder. Drei junge Männer winken mich ran. Sie sind aus Frankreich und bestaunen mein Rad. Kennen sich mit Rohloff aus und müssen dafür noch sparen. Erfreut stellen sie fest, dass ich auch mit Schwalbe-Reifen unterwegs bin. Und sind entsetzt, dass sie gegen den Wind antreten müssen.

50 km hatte ich eingeplant, aber 76 dank Rückenwind geschafft.

Morgennebel in Oudesluis

Morgennebel in Oudesluis

In Oudesluis gibt es einen Bauern-Campingplatz und ich bin begeistert von Ausstattung und Preis.Radtour England
Wieder unternehme ich einen Versuch, auf dem Nordseeradweg an mein Ziel zu kommen. Bei starkem Gegenwind trete ich nach Petten. Riesige Tulpenfelder, aber nur noch grau-grün. Bis Camperduin bin ich hinterm Deich unterwegs, dann geht es in den Dünenwald. Von Weitem sieht man beachtliche Hügel in dem ansonsten platten Land. Der Wind ist ausgesperrt in dieser beeindruckenden Landschaft. In Bergen entdecke ich ein Pannkoekenhuis und ziehe die Bremse. Holländer sprechen mich an und das erste Mal höre ich hier die Frage, ob ich allein Angst habe. Dann kommen Deutsche und wollen zum Glück alles zu Rad und Ausrüstung wissen. Der Mann ist von meinem „Hardo“ begeistert. Das Navi führt mich durch Harlem. Andere Radler rufen „schönes Wetter zum Rad fahren“, Jugendliche ganz cool „hi“. Ein Mann beschreibt mir beim Radeln den Weg zur Fähre, die ich auch gleich finde. Kostenlos geht es über den Kanal. In Vogelenzang stelle ich mein Zelt auf. Augenblicklich fängt es an zu regnen.
Ich bin sauer. Fast 16 € knöpfte man mir ab. Krumme Wiese, dreckige Toiletten, weder Papier, Seife noch Handtücher. Und dann nur kaltes Wasser in der Dusche. Der Platzwart hat Glück, dass ich früh losfahre und ich keine Zeit habe, ihn zu suchen. Wenn alles gut läuft, könnte ich die Fähre nach Harwich erreichen. Hoek van Holland ist nur etwa 6o km entfernt. Zum Frühstück nur eine Banane und auf geht es. Ich fahre stur nach Navi, will nur ankommen. Es regnet fast ununterbrochen. Gönne mir kaum Pausen. Alles bei – wie sollte es anders sein – Gegenwind. In einem Dorf spricht mich eine Frau an. Sie sucht eine bestimmte Adresse. Und meint, ich sei die Postfrau. Die niederländische Post ist mit Fahrrad und gelben Taschen ausgerüstet. Ich lache mich innerlich kaputt – meine Taschen sind rot. Schnell tippe  ich die Adresse in mein Navi und kann der Frau helfen. Problematisch wird es in Den Haag. Ich umkreise zwei Mal eine große Kreuzung, bis ich die richtige Ausfahrt finde. Hier das erste Schild Hoek van Holland 20 km. Ich sehe zur Uhr und gebe Gas. Verliere die Ausschilderung, mache wieder das Navi an, finde bald wieder ein Schild. Rote Ampeln zwingen mich laufend  zum Halten. Die Zeit läuft mir davon. Ich gönne mir nur einen Riegel und weiter geht es. Die letzten km verlaufen am Deich, wo der Wind zulegt. Trotzdem stehe ich rechtzeitig am Fährterminal. Ein LKW-Fahrer schickt mich zum Stena-Line-Office. Die Damen denken nicht dran, mir ein Ticket zu verpassen und jagen mich zum Check-in. Problemlos kriecht mein Ticket aus dem Drucker und ich werde zur Passkontrolle geschickt. Gleich dahinter verpacke ich das e-werk und die gerade geladenen Akkus. Plötzlich ein Schwertransporter an der Passkontrolle. Er bleibt neben mir stehen. Schnell sind woher und wohin ausgetauscht und gemeinsam rollen wir in den Bauch des Schiffes. Mark bindet beide Räder mit meinem Spannriemen fest. Er ist Engländer, hat einige Jahre in Deutschland gearbeitet und spricht unsere Sprache. Fast 1000 km zeigt sein Tacho von Berlin nach Hoek van Holland.

Harwich in Sicht

Harwich in Sicht

Während der Fahrt fachsimpeln wir über Rohloff- (fährt er schon lange) und Pinien-Schaltung, Felgenbremsen und vor allem Sättel. Marks Frau (die beiden fahren Tandem) hat noch nicht den idealen Sattel gefunden. Er wird ihr meinen Sqlab-Sattel besorgen. So wird uns die Zeit nicht lang und gemeinsam radeln wir zum Campingplatz in Harwich. Man schickt uns zur „next corner“, doch auch hier kein Sanitärgebäude, kein Platzwart und keine Zelte. Marks Navi findet noch einen Zeltplatz in der Nähe, wir geben Gas. Hier ist es hügelig und die Straßen sind nicht so gut in Schuss wie in Holland. Der Linksverkehr macht mir keine Sorgen, ich folge einfach Mark. Wir haben Glück.

Pub in Ramsey

Pub in Ramsey

Hinter einem Pub gibt es eine Zeltwiese. Ruck zuck stehen die Stoffhütten. Mark zeigt mir den Pub. Urig und gemütlich, das Bier lecker, die Leute gut drauf. Toilette und Dusche sind mit deutschem Standard nicht vergleichbar. Aber alles da. Vor allem warmes Wasser.
Heute früh ging eine Schauer auf das Zelt nieder, als ich gerade raus kriechen wollte. Also nochmal in den Schlafsack gekuschelt. Zum Glück kein Dauerregen. Nass packen wir ein. Ich habe noch Brot und Müsli, aber hier ist es jetzt ungemütlich. Wir radeln nach Clapton-on-sea. Durch beschauliche Dörfer, Hügel rauf und runter. In Clacton auf der Seebrücke gönnen wir uns full english Breakfast, Tee inclusive. Ich bin im Land der Teetrinker gelandet. Und hier als Exot unterwegs, wie mir Mark erklärt. Denn Radfahrer – erst recht als Frau allein – sind hier eine seltene Spezies. Radwege gibt es daher kaum, aber die Autofahrer sind anständig. An den Linksverkehr habe ich mich dank Mark schnell gewöhnt. Wir sind uns einig, dass man sich unterwegs auf Wunder verlassen kann. (Ich denke z. B. an das Problem mit der Schaltung.) Und dass wir den meisten Jugendlichen eine Menge vormachen. Mark nimmt den Zug nach London. Seine Tour endet hier nach etwa 1000 km. Nächstes Jahr will er mit seiner Frau von Dänemark nach Berlin kurbeln. Und dann hoffentlich bei uns anhalten.
Erst jetzt suche ich die erste Karte von England raus. Und los geht es. Das Navi zeigt mir zuverlässig den Weg aus der Stadt.

Brightlingsea

Brightlingsea

Ich kurbele nach Brightlingsea. Ein netter Autofahrer ruft, als ich in eine Einbahnstraße falsch einfahre. Hier finde ich den auf der Karte eingezeichneten Campingplatz. Und es gibt sogar ein Sanitärgebäude, obwohl ich nur Wohnwagen sichte. Mein Zelt soll unbedingt auf eine Wiese, wo der Wind bläst. Hinter den Bäumen geht nicht, erklärt mir der Platzwart. Mir fliegt die Plane um die Ohren und das Zelt fast weg. Gleich drei Helfer sind – ungefragt – zur Stelle. Halten alles fest und sprechen mit dem Platzwart. Auf der Wiese steht ein leerer Caravan. Ich schlage vor, das Zelt in den Windschatten zu stellen. Wird genehmigt. Zu viert wird das Zelt umgesetzt. Die Frauen wollen unbedingt einen Blick rein werfen, in „my little home“. Sie sind beeindruckt von meiner Tour und ganz aus dem Häuschen. Bald kommen die nächsten, stellen sich mit Namen vor. Sie erzählen mir von Deutschland und Sachsen, alles verstehe ich nicht. Wir war das mit den Wundern? Darüber werde ich gleich noch ein bisschen nachdenken…………….

30. Mai 2014 – 544 km von Wismar nach Farmsum

Heute bin ich den 7. Tag unterwegs und seit ein paar Stunden in den Niederlanden.

Fähre über den Dollart

Fähre über den Dollart

Eine kleine Faehre schipperte mit mir, meinem Schwertransporter und vielen anderen Radlern von Emden nach Delfzijl. Jetzt sitze ich am PC unserer Freunde Ineke und Gerrit, die in Farmsum, nur 2 km entfernt vom Faehranleger, huebsch im Gruenen wohnen. Doch von vorn.
Am Samstag, 25. Mai, starten Werner und ich Richtung Westen. Bei bestem Wetter geht es quer durch unser schoenes Mecklenburg nach Priwall zur Faehre ueber die Trave. Bis Timmendorfer Strand nehmen wir den Ostsee-Radweg. Wunderschoen entlang der Steilkueste. Doch viel sehen wir davon nicht, denn der Weg ist ueberfuellt und wir muessen aufpassen, nicht mit unsicheren Radlern zu kollidieren. Bald biegen wir ab auf wenig befahrene Nebenstrassen, schauen uns eine Dorfkirche an und stellen bei Bad Segeberg im Kluethsee-Camp nach 102 km unser Zelt auf.
Sonntag ist der Wind nicht mehr so guenstig, wir kommen trotzdem gut voran. Suchen uns wieder kleine Nebenstrassen, rollen von Dorf zu Dorf.

In Glückstadt

In Glückstadt

In Glueckstadt schauen wir kurz in die Kirche am Markt. An der Elb-Faehre warten wir mit anderen Radlern. Sie erklaeren uns, wie wir auf der anderen Seite zum Campingplatz Krautsand kommen und sind erstaunt ueber unsere Plaene. Auf der Faehre will ein netter Autofahrer alles ueber unsere Ausruestung und Komponenten der Raeder wissen. Und ob wir Weltreisende sind. Hoffentlich bald! Auf der anderen Flussseite kuemmern sich die anderen Radler wieder. Sie warten auf uns und sorgen dafuer, dass unser Zelt bald auf einer Wiese an einem Badesee steht. Drei Sachen haben wir nach 92 km fuer uns allein: Die Wiese, den See und das Sanitaergebaeude.
Es geht Richtung Wesermuendung. Die Ortschaften sind oft nicht schoen, es stinkt nach Guelle oder Stall. Manchmal auch nach frisch gemaehter Wiese. In Bremerhaven kurbeln wir gleich zur Faehre, die Stadt ist uns zu hektisch. Nach 115 km landen wir auf einem voellig ueberteuerten Campingplatz im Nordseebad Tossens. Vergoldeten Rasen suchen wir vergebens, allerdings auch Tisch und Bank fuer ausgepowerte Radler.
Fluchtartig verlassen wir am naechsten Morgen den edlen Knaus Campingpark und steuern die Faehre ueber den Jadebusen an. Pech, denn diese faehrt erst ab Juni taeglich. Uns bleibt nichts weiter, als den Jadebusen zu umrunden. Erst strammer Gegenwind, irgendwann wechseln wir die Richtung und der Wind schiebt uns. Hinter Varel verlassen wir den Jadebusen Richtung Neustadtgoerdens, ein huebscher Ort. In Dykhausen erreichen wir den Ems-Jade-Kanal. Hier gibt es zwischen bestem Asphalt und Matsch alle denkbaren Oberflaechen. Nach 81 km haben wir in Friedeburg, 4 km vom Kanal entfernt, einen Campingplatz gefunden. Als wir das Zelt aufbauen, beginnt es zu regnen. Genau richtig, frueh nach einer Bleibe Ausschau zu halten. Der Regen prasselt die ganze Nacht auf unser Zelt, doch morgens ist es trocken.

Ems-Jade-Kanal

Ems-Jade-Kanal

In Regenklamotten gehuellt geht es weiter am Kanal entlang. Werner kurbelt wie ein Held durch den Modder, ich steige schon mal ab und schiebe meinen Schwertransporter. 10 km vor Aurich bestes Pflaster. Es ist truebe, aber erst hier kommen ein paar Regentropfen. Weiter nach Emden. Einige Maenner sprechen uns an. Einer sucht an meinem Fahrrad den Motor und entdeckt die Rohloffnabe. Ja, das muss er sein. Pech fuer ihn, es ist die Schaltung. Ein anderer Schwertransporter rollt an. Der Radler hat 8 Jahre in Emden gelebt, wohnt jetzt in Kiel. Werner hat vor 30 Jahren in Emden studiert. Eine Frau mischt sich in das Gespraech ein. Sie ist in Wismar (!) geboren, in Emden aufgewachsen und wohnt seit 50 Jahren in Frankfurt am Main. Nette Gespraeche in Ostfriesland. Und die Ostfriesen erst mal. Wie oft wir angesprochen wurden!

Knock bei Emden

Knock bei Emden

Nach 85 km rollen wir auf den Campingplatz an der Knock, 15 km hinter Emden.
Vatertag. Gegen den eisigen Wind kurbeln wir nach Emden. Ohne Gepaeck schon nicht einfach. Mir wird schlecht. Worauf habe ich mich eingelassen? Wenn ich meinen Schwertransporter nur bei Gegenwind Richtung Westen steuern muss………………. Nicht drueber nachdenken, wer weiss, wie das Wetter morgen oder naechste Woche ist. Werner radelt mit mir alle ihm wichtigen Orte seiner Studentenzeit ab. Die Hochschule, seine Studentenbude, diverse Kneipen (die teils noch existieren), die Kesselschleuse. Mittags kommt die Sonne. Gleich angenehmer. Es beginnen die Matjestage. Dann entfliehen wir dem Trubel in eine Seitenstrasse und trinken Kaffee. Werner hoffte immer noch einen Studienkumpel aus alten Tagen zu treffen, gibt die Hoffnung aber nun auf. Doch dann eine riesige Ueberraschung. Sein ehemaliger Kollege Manni, mit dem er vor Jahren in Wittstock zusammen arbeitete, radelt die Strasse entlang. Er kam 60 km aus seinem Wohnort Augustfehn. Am Vatertag unternimmt er meist allein eine Radtour. Und fuhr morgens ohne festes Ziel los. Zur gleichen Zeit am gleichen Ort. Zufall oder wie kann man diese Begegnung beschreiben? Manni begleitet uns zum Campingplatz. Spaeter faehrt er zum naechsten Bahnhof und will mit dem Zug nach Hause.
Heute ist es windstill. Und das an der Nordsee! Die Sonne waermt schon, als wir frueh aus den Schlafsaecken kriechen. Wir packen unsere sieben Sachen und radeln ohne Fruestueck und Gegenwind nach Emden zum Bahnhof. Gestern besorgten wir schon Werners Fahrkarte. Gemeinsam geniessen wir (vorerst zum letzten Mal) Kaffee und Apfeltaschen. Eine letzte Umarmung. Dann schwinge ich mich auf meinen Schwertransporter und kurbele zur Faehre. Hier war ich gestern natuerlich auch schon. Der Kapitaen erwartet mich bereits. Die Maenner helfen mir mit dem Gepaeck. Mein kleines Rad ist bald eingekeilt zwischen E-Bikes. Die anderen Radler konsumieren waehrend der Ueberfahrt fast ausnahmslos Bier und Schnaps. Weit wollen die meisten sowieso nicht, entnehme ich ihren Gespraechen. Koennen sie auch nicht bei so viel Alkohol.

Überfahrt nach Delfzijl

Überfahrt nach Delfzijl

Puenktlich um 10.40 Uhr legt die Faehre in Delfzijl an. Ineke steht auf dem Steg und winkt. Ich bin gluecklich, bei Freunden gelandet zu sein.

18. Mai 2014 

Gestern unternahm ich mit meinem voll bepackten Schwertransporter eine Probetour. Die Packtaschen wiegen 36 kg, Wasser kommt noch dazu. Bei Rücken- oder Gegenwind kurbelte ich 69 km die Mecklenburger Hügel rauf und runter.
Mein kleiner Schwertransporter wird Dienstag inspiziert und das Hinterrad bekommt einen neuen Schlauch. Mit dem mehrfach geflickten vom letzten Jahr will ich nicht losfahren.
Hoffentlich gelingt es mir, von unterwegs hier zu schreiben.

13. Mai 2014

Langsam wird es aufregend. Am 24. Mai kurbeln wir los. Wir, weil Werner mich die erste Tage begleiten kann. Gemeinsam geht es bis Emden. Dort wird er den Zug Richtung Heimat nehmen und ich die Fähre über den Dollart nach Delfzijl. Mein erstes Ziel in den Niederlanden ist Farmsum. Unsere Freunde Ineke und Gerrit erwarten mich. Bei den beiden werde ich mir den ersten Pausentag gönnen. Groningen will ich ansteuern und den Ijsselmeerdamm unter die Reifen nehmen. Weiter entlang der Nordeeküste und in Hoeck van Holland nimmt mich vielleicht die Fähre mit nach Harwich/England. In Dover kann ich nach Calais/Frankreich übersetzen. Von hier führt der  Fernradweg R 1 bis Sankt Petersburg. So weit will – oder besser kann – ich nicht kurbeln, denn am 30. Juni muss ich mich wieder im Büro blicken lassen. Doch bis zum Emsland möchte ich es schaffen, wo mich Werner abholt. Soweit mein Plan. Ob es so kommt? Alles Überraschung.
Unser Freund Rüdiger beschäftigt sich seit Tagen mit meinem Navi. Lieber Rüdiger, an dieser Stelle ein dickes Dankeschön für deine Mühe. Du hast mich vom Garmin überzeugt – was gar nicht so einfach war – und machst das gern für mich.

Unterwegs in Mecklenburg

Unterwegs in Mecklenburg

 


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