Wie alles begann …

Abenteuerreisen - Der Anfang

 


 

P1270101Wir, die ZWEI, wie wir von unseren Freunden genannt werden, sind Karen und Werner.
Ich, Karen, habe eine Kamera immer griffbereit, schreibe Reiseberichte und die Texte für diese Seite. Werner begutachtet später alles. Er kümmert sich um die Reisevorbereitungen, checkt die Ausrüstung, wachst die Schuhe, biegt meine Wanderstöcke gerade, sorgt fürs Trekkingfutter.

Hätte uns jemand 2002 prophezeit, dass wir mit schweren Rucksäcken durch die Wildnis ziehen oder mehrere Wochen nur mit den Rädern unterwegs sind………….

Dieses Szenario war undenkbar.

Inzwischen haben wir unser Leben gründlich umgekrempelt. 2002 entsetzte mich die Prognose, bei ungünstigem Krankheitsverlauf in zehn Jahren im Rollstuhl zu landen. Werner war viel zu dick. Unter Gesundheit ist zu lesen, warum wir heute mit Rad und Rucksack unterwegs sein können.
Schon lange träumte ich von einer Wüstentour, wollte durch Sanddünen wandern, mich an der unendlichen Weite und den faszinierenden Lichtstimmungen erfreuen. Auf einem Dromedar reiten und draußen schlafen – maximal im Zelt. Warum hatte ich mir das bisher nicht zugetraut? Jetzt war ich nicht mehr feige. Zusammen mit einer Freundin buchte ich drei Monate nach meiner Genesung von einer Darmerkrankung eine Sahara-Reise. Im Dezember 2006 erfüllte sich dieser Traum.
Danach ging es erst richtig los. Werner nahm 25 kg ab. Ich kam schon fast ein Jahr ohne meinen Corsa klar. Der blockierte abgemeldet die Garage, ich verkaufte ihn schließlich. Bewegung tat so gut, die 14 km zur Arbeit und zurück sowie kleinere Einkäufe waren mit dem Rad oder zu Fuß problemlos zu bewältigen.
Ein paar Mal waren wir als Pauschaltouristen in Nordafrika, der Türkei und Portugal. Die Zimmer waren immer schön und wir erinnern uns gern an das meist schmackhafte Essen. Doch uns verging die Lust, im Hotel schon morgens vom warmen Buffet zum unkontrollierten Zulangen verführt zu werden. Kein Reiseleiter sollte uns mehr Jahreszahlen um die Ohren hauen, die wir uns nicht merken konnten und wollten. Die letzte Reise nach Portugal schmeckte fade wie ein Fertiggericht, genau wie das Essen dort. Das Reisen auf diese Art hatten wir satt und suchten nach Alternativen. Körperliche Anstrengung war kein Problem mehr. Wir besorgten Literatur über die Organisation von Trekkingtouren. Als wir dann zufällig einen Mann trafen, der so schon jahrelang durch die Welt zieht und uns mit nützlichen Informationen versorgte, zögerten wir nicht und schafften  Ausrüstung an. Mit voll gepackten Rucksäcken drehten wir Proberunden um einen nahe gelegenen See. Wie oft packten wir die Rucksäcke um und ließen unnötige Dinge beim nächsten Mal weg. Gekocht wurde in einer einsamen Waldlichtung. Einzig ein paar Schmetterlinge leisteten uns Gesellschaft. Es war traumhaft und wir waren uns einig: Im nächsten Urlaub werden wir nur mit dem Flieger, öffentlichen Verkehrsmitteln und zu Fuß unterwegs sein. Die Idee nach Kanada zu reisen war geboren – und sie blieb kein Traum. Wir haben diese Tour gewagt und sehr viel gewonnen. Die Eindrücke haben uns fast erschlagen. Ich musste sie einfach aufschreiben. Wie drei Monate fühlen sich die drei Wochen Unterwegssein noch heute  an – ergibt neun Wochen Lebenszeit-Bonus. Dieses Phänomän erleben wir nun bei jeder Tour. Denn er hat uns bis heute fest im Griff – der Abenteuer-Virus.
Übrigens bin ich 2012 nicht im Rollstuhl zum Arzt, sondern mit meinem schwer beladenen Rad durch die Südkarpaten gefahren.

Warum wir diese Seite gestalten? Anstecken möchten wir euch. Mut machen, die ausgetretenen Touristen-Pfade zu umgehen.

Wenn wir von unseren Reisen berichten, gibt so manch einer ganz unumwunden seinen Neid zu. Und wir hören jede Menge Ausflüchte:
„Im Grunde fehlt mir der Mut….“,
„Was ihr macht, habe ich mir schon immer gewünscht, aber….“,
„Ich glaube, draußen schlafen, da hätte ich Angst….“,
„Ich finde das immer toll, wenn andere solche Touren unternehmen, aber mir fehlt die Ausrüstung und Ahnung habe ich auch keine….“,
„Unglaublich, ich würde gern mal mitkommen, allein ist das so eine Sache….“
Wir haben es aufgegeben, uns die Kommentare zu merken. Natürlich hören wir auch, dass man uns bewundert aber auf die tägliche Dusche nicht verzichten kann. Oder den Gedanken an eine Parkbank-Übernachtung nicht aushält. Wo liegt das Problem, wir haben doch Schlafsäcke?
Wann denn, wenn nicht heute unsere Träume leben? „Hätten-wir-mal“-Sätze können unsere Gedanken und Sprache nicht mehr vergiften. Das Leben ist zu kurz für „schlechten Wein“.


Du bist so jung wie deine Zuversicht –
Jugend ist nicht ein Lebensabschnitt,
sie ist ein Geisteszustand.

Albert Schweitzer


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